Schule und Gewalt - Lernmaterialien

Diese Zusammenstellung ist nur für meine privaten Zwecke angefertigt - wer diese Seite zitiert oder für seine Vorbereitungen nutzt ist selbst schuld. Wer Rechtschreibefehler findet darf sie behalten.

Zusammenfassung Bründel, Heidrun, Hurrelmann, Klaus:
Zunehmende Gewaltbereitschaft von Kindern und Jugendlichen,
In: Aus Politik und Zeitgeschichte, B 38/94

Gewalt eine soziale Krankheit der gesamten Gesellschaft

Kinder und Jugendliche, die aggressiv werden, spiegeln den Erwachsenen den kulturellen Zustand der gesellschaft wieder.
Zitat: "Kinder und Jugendliche schlagen heute schon bei nichtigen Anlässen schneller und mitleidloser zu als früher. Besonders beunruhigend ist die schleichend wachsende ganz alltägliche Gewaltbereitschaft unter Schülern, ihr fehlendes Mitgefühl und ihre sinkende Hemmschwelle"

Gewalt in der Familie
  • Patriarchalische Familienstrukturen
    In vielen Familien herrscht eine patriarchalische Familienstruktur - Frauen und Kinder haben kein Mitspracherecht
  • Gewalterfahungen und Gewaltanwendung
    Ein Zusammenhang zwischen Gewalterfahrungen in der Kindheit und eigener Gewaltanwendung als Jugendlicher und Erwachsener besteht.Das Kind übernimmt von den Eltern Muster von Konfliktlösungen und sozial akzeptierten Verhalten.
  • Abhilfe
    Der Abbau von Gewalt muß demnach im sozialen Nahraum beginnen. Familie, Kindergarten, Schule und Nachbarschaft sind gefragt.
Gewalt im schulischen Bereich

  • Aus den jüngsten schulbezogenen Studien geht hervor, daß von einer Zunahme aggressiver und gewaltförmiger Handlungen in der Schule "auf breiter Front" wohl nicht gesprochen werden kann, daß es jedoch dennoch eine Minderheit erheblich problembelasteter Schüler gibt, die zur Gewalt neigen.
  • Die gewaltfördernden Wirkungen der Schule müssen in Zusammenhang und in Wechselwirkung mit anderen Bereichen und Strukturen wie nachlassendem Familienzusammenhalt, Gewaltverherrlichung in den Medien, Auswirkungen der Jugendarbeitslosigkeit und eines Mangels an Zukunftsperspektive gesehen werden.
  • Gewalt als Enttäuschungsreaktion und Ausdruck von Kompensation
Gewalt im Freizeitbereich

  • Jugendcliquen sind geradezu Foren für Gewalt und Aggressivität, für abweichendes Verhalten und Kriminalität.
  • Entfaltungsräume von Kindern und Jugendlichen sind heute einseitig und eingeschränkt.Den Bedarf an Abenteuern und Grenzüberschreitungen können sie in einer durchrationalisierten und zugepflasterten Lebenswelt nur in Grenzen erfüllen.Es erscheint plausibel, daß aus dieser Situation heraus Impulse für Aggression und Gewalt entstehen und deswegen auch zum realen Erfahrungshorizont in der jugendlichen Gleichaltrigengruppe gehören.
  • Exzessiver Medienkonsum kann in Interaktion mit sozialen und persönlichen Faktoren beim Zustandekommen von Angst, Aggression und Gewalttätigkeit gegen sich selbst und andere eine Rolle spielen.
Politische und rassistische Gewalt

  • Auch für rassistische, rechtsextremistisch gefärbte Formen der Aggression und Gewalt gilt die Beobachtung: sie werden hauptsächlich von schwachen Menschen, zumal Kindern und Jugendlichen, gezeigt, die eine langjährige Erfahrung der vernachlässigung und der Demütigung in Familie, Schule, Nachbarschaft und Beruf hinter sich haben. Die rassistisch gefärbte Gewalt kommt überwiegend von männlichen Kindern und Jugendlichen, während Mädchen eine absolut "untergeordnete" Rolle spielen.
  • Übereinstimmend wurden folgende Kindheitserfahrungen gemacht: sie haben fast alle ein strenges Elternhaus erlebt, Schläge bekommen und insgesamt keineswegs eine glückliche Kindheit gehabt. Sie wachsen in äußerlich intakten, aber oft innerlich zerrütteten Verhältnissen auf. Der Ausgangspunkt ist die Unfähigkeit, mit den gesellschaftlichen Widersprüchen zurechtzukommen, die sie täglich erleben und die sie individuell lösen müssen.
Gewalt als gesamtgesellschaftliches Problem
  • Gewaltakzeptanz und Gewaltbereitschaft sind ein gesamtgesellschaftliches Problem
  • Aggression und Gewalt in körperlicher, verbaler, sexistischer und rassistischer Ausprägung entstehen, wenn ein Mensch über einen längeren Zeitraum seines Lebens gedemütigt wird und Erniedrigungen erlebt.